Die Modernisierung der eigenen vier Wände steht für jeden Immobilienbesitzer irgendwann an. Ob nun das Dach in die Jahre gekommen ist oder die alte Heizungsanlage unbedingt einen Austausch benötigt – es existieren viele Ursachen für einen Bedarf. In diesem Ratgeber erfährst Du, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um eine Modernisierung zu finanzieren und was Du dabei beachten solltest.

  Inhalt

1. Modernisierungskredit oder Ratenkredit

2. Modernisierung finanzieren mit staatlichen Förderungen

3. Modernisierungen sind finanziell stemmbar

1. Modernisierungskredit oder Ratenkredit

Bei der Entscheidung für eine passende Finanzierung besteht heute die Auswahl zwischen verschiedenen Optionen. Neben einem herkömmlichen Ratenkredit ohne festen Verwendungszweck bieten sehr viele Banken heute auch spezielle Modernisierungskredite an. Doch worin bestehen die Unterschiede zwischen diesen zwei Darlehensformen? Werfen wir gemeinsam einen genaueren Blick darauf:

ModernisierungskreditRatenkredit
KreditsummeBis zu 100.000 EuroHäufig nur bis 50.000 Euro
ZinsenGünstiger als herkömmliche DarlehenNormales Zinsniveau
Verwendungfestfrei

Der Modernisierungskredit wird häufig zu günstigeren Konditionen angeboten, weil der Verwendungszweck feststeht. Als Kreditnehmer musst Du dabei auch nachweisen, dass Du Eigentümer der Immobilie bist. Dies gilt als zusätzliche Sicherheit, sodass die Konditionen bei einem Modernisierungskredit günstiger ausfallen. Trotzdem erfordern Modernisierungskredite in den meisten Fällen keine gesonderte Besicherung über das Grundbuch. Hier lässt sich also günstiges Geld einfach beantragen.

Modernisierungskredite vergleichen und sparen

Auch wenn Modernisierungskredite von Online-Banken häufig günstigere Zinskonditionen mit sich bringen, ist ein Vergleich trotzdem angebracht. Hier gibst Du zuerst Deinen Kreditwunsch sowie einige Bonitätsdaten ein und schon erhältst Du passende Angebote, aus denen sich der günstigste Modernisierungskredit auswählen lässt. Darüber hinaus kannst Du so auch andere wichtige Leistungsmerkmale mit in die Suche einbeziehen:

  • Besonders schnelle Auszahlung (volldigitaler Antrag)
  • Kostenfreie Sondertilgungen
  • Ratenpausen

Solltest Du also Zeit und Geld sparen wollen, stellt ein Kreditvergleich eine sehr sinnvolle Lösung dar.

2. Modernisierung finanzieren mit staatlichen Förderungen

Die sehr günstigen Modernisierungsdarlehen vieler Banken sind eine unkomplizierte Möglichkeit, mit der Wertsteigerung der eigenen Immobilie zu beginnen. Bei bestimmten Modernisierungsmaßnahmen lohnt es sich jedoch, vorher einen Blick auf staatliche Förderprogramme zu werfen. Gerade im energetischen Bereich kannst Du Deine Modernisierung am Ende nämlich noch einmal deutlich günstiger gestalten. Nachfolgend erhältst Du einen Überblick über die gängigsten Förderprogramme:

Energieeffizient Sanieren (KfW-Programm Nr. 151 und 152)

Dieses Förderprogramm stellt das Kernstück der staatlichen Förderungen im Bereich der energetischen Sanierung dar. Zunächst wählst Du aus, ob die geplanten Modernisierungsmaßnahmen als Paket zu einem bekannten energetischen Standard führen sollen (KfW-Effizienzhaus) oder ob Du nur Einzelmaßnahmen planst. Im ersten Fall stehen Dir vergünstigte Darlehen bis zu 120.000 Euro zur Verfügung. Einzelmaßnahmen werden mit Darlehen bis zu 50.000 Euro gefördert. Mögliche Einzelmaßnahmen sind:

  • Wärmedämmung (Wände, Dachflächen, Keller- und Geschossdecken)
  • Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Optimierung der eigenen Heizungsanlage
  • Einbau oder Modernisierung einer Lüftungsanlage

Als besonders attraktiv erweist sich innerhalb des Förderprogramms jedoch der mögliche Tilgungszuschuss:

Standard Zuschuss zur Tilgung
KfW-Effizienzhaus 5540 % des Kreditbetrags (höchstens 48.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 7035 % des Kreditbetrags (höchstens 42.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 8530 % des Kreditbetrags (höchstens 36.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 10027,5 % des Kreditbetrags (höchstens 33.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus 11525 % des Kreditbetrags (höchstens 30.000 Euro pro Wohneinheit)
KfW-Effizienzhaus Denkmal25 % des Kreditbetrags (höchstens 30.000 Euro pro Wohneinheit)
Einzelmaßnahmen20 % des Kreditbetrags (höchstens 10.000 Euro pro Wohneinheit)

Sollten Deine Modernisierungen also dazu führen, dass Dein Eigenheim nur noch einen Primärenergieverbrauch von 55 % der Vorgaben aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) aufweist, brauchst Du von einem Kredit über 120.000 Euro am Ende nur 72.000 Euro zurückzuzahlen. Unter dem Strich bedeutet dies einen deutlichen Negativzins. Wahlweise lässt sich diese Förderung auch als reiner Zuschuss (Programm-Nr. 430) beantragen. Hier erhältst Du bis zu 48.000 Euro bei der Erreichung eines KfW-Effizienzhaus-Standards und bis zu 10.000 Euro bei Einzelmaßnahmen.

Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Baubegleitung (KfW-Programm Nr. 431)

Damit Du mit Deiner energetischen Sanierung auch sicher einen KfW-Effizienzhaus-Standard erreichst, benötigst Du im Normalfall einen Experten. Mit diesem planst Du gemeinsam alle Maßnahmen und errechnest die Energieeinsparung. Auch die Inanspruchnahme eines entsprechenden Experten fördert die KfW mit einem Zuschuss von bis zu 4.000 Euro.

Altersgerecht umbauen (KfW-Programm Nr. 159)

Möchtest Du für Dein Alter vorsorgen und die eigenen vier Wände entsprechend umbauen? In diesem Fall bietet die KfW ebenfalls ein entsprechendes Förderprogramm. Hier erhältst Du vergünstigte Kredite bis zu 50.000 Euro für Maßnahmen zur Barrierefreiheit oder dem Einbruchschutz. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Maßnahmen zur Überwindung von Treppen und Stufen (wie Treppenlift oder Rampen)
  • Badumbau (ebenerdige Dusche, Änderung der Raumaufteilung)
  • Smart-Home-Maßnahmen (steuerbare Beleuchtung und Rollläden)
  • Einbau einbruchhemmender Türen und Fenster
  • Einbruchsmeldeanlagen

Auch dieses Förderprogramm lässt sich als reine Zuschussvariante nutzen. In der Variante Barriere-Reduzierung (Programm-Nr. 455-B) sind bis zu 6.250 Euro als Zuschuss möglich. Der Bereich Einbruchschutz (Nr. 455-E) erlaubt einen Zuschuss bis zu 1.600 Euro.

Heizen mit erneuerbaren Energien (BAFA-Programm)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet mittlerweile eine sehr großzügige Heizungsförderung an. Wenn Du Deine Heizungsanlage auf erneuerbare Energien umstellst, kannst Du einen attraktiven Zuschuss erhalten, der je nach gewähltem Heizungssystem unterschiedlich ausfällt:

  • Solarthermie: 30 % der förderfähigen Kosten
  • Biomasse: 35 % der förderfähigen Kosten
  • Wärmepumpen: 35 % der förderfähigen Kosten
  • Hybridheizungen: 35 % der förderfähigen Kosten (bei reinen EE, ansonsten 30 %)

Zudem zahlt das BAFA bei jeder Erneuerung einen Zuschlag von 10 % der förderfähigen Kosten, wenn durch den Heizungsaustausch eine Ölheizung ausgebaut wird.

3. Modernisierungen sind finanziell stemmbar

Wenn Du Dich für die Modernisierung Deiner eigenen vier Wände interessierst, hast Du viele Finanzierungsmöglichkeiten. Neben unkomplizierten Modernisierungskrediten vieler Online-Banken locken für bestimmte Maßnahmen auch noch sehr attraktive staatliche Förderungen. Nutze diese Möglichkeiten und spare dabei bares Geld, während Du den Wert Deiner Immobilie steigerst.